Bereichszeltlager in Neckarbischofsheim

Bereichszeltlager in Neckarbischofsheim

Wo sonst der Ball rollt, herrschte über Pfingsten vier Tage Camping-Hochbetrieb: Der Rasenplatz des TSV Neckarbischofsheim verwandelte sich in ein riesiges Zeltlager. Für die Feuerwehr Neckarbischofsheim und die Abteilung Untergimpern war es eine Premiere: Zum ersten Mal holten sie das Bereichszeltlager des Bereichs 6 auf heimischen Boden und stemmten die Mammut-Aufgabe gemeinsam. Mehr als 300 Kinder, Jugendliche und Betreuer aus 16 Jugendfeuerwehren schlugen ihre Zelte auf.

Damit das Event bei über 300 Leuten nicht im Chaos versank, war die Ordnung straff durchgeplant: Vom Befahrensverbot der Grünflächen über die exakten Duschzeiten in der Grundschulhalle bis hin zur Lagerruhe ab 22 Uhr war alles geregelt.

Sogar eine täglich gedruckte Lagerzeitung namens „Löwenstark“ gab es. Nachts von Franziska Scherb, Tim Schröder und Ellen Humpolicek finalisiert und gedruckt , lag sie morgens frisch zum Frühstück bereit. Sie war Dienstplan, Wetterbericht, Foto-Rückblick und Dating-Plattform in einem. Besonders die Pinnwand entwickelte sich zum absoluten Renner: Hier suchten 10-jährige Lego-Fans nach netten Mädchen zum Blumenpflücken , 16-jährige „Junior-Chefs eines Galabau-Imperiums“ inserierten humorvoll nach ihrer Traum-Rose und ein Daisbacher Landmaschinenmechaniker begab sich auf die Suche nach einem „hydraulischen Ersatzteil für sein Leben“.

Die Anreise startete am Freitag ab 13 Uhr , und am Abend wurde das Lager offiziell durch Bereichsleiter Jan Willfahrt eröffnet. Kaum brannte das traditionelle Lagerfeuer, durften die Nachwuchsretter direkt beweisen, was sie draufhaben. Das trockene Gras um die Feuerstelle fing plötzlich Feuer. Nach einer kurzen Schrecksekunde packten die Jugendlichen zu, wie es sich für echte Feuerwehrleute gehört: Mit Schaufeln und Feuerpatschen war der Mini-Brand sofort im Keim erstickt. Die erste „Echtfeuer-Übung“ war bestanden. Dass am selben Abend vor lauter Hitze und Durst direkt der komplette Bierwagen leergetrunken wurde, ging als die zweite erfolgreiche Löschaktion des Tages in die Lagergeschichte ein.

Der Samstag stand voll im Zeichen des Wettkampfs. Bei der großen Lagerolympiade ging es quer durch Neckarbischofsheim. Nach dem wohlverdienten Mittagessen im Schlosspark und dem zweiten Teil der Spiele ging es fließend in den Abend über. Einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst auf dem Zeltplatz folgte der Kracher für die Jugendlichen: Der Gaudiabend in der Fahrzeughalle. Organisiert von der Feuerwehr Untergimpern, mussten hier zur Abwechslung mal nicht die Kids, sondern die Betreuer bei kniffligen aber auch lustigen Challenges schwitzen und wurden vom Nachwuchs lautstark angefeuert.

Der Sonntag knackte locker die 30-Grad-Marke. Weil das Wetter so richtig schlauchend war, reagierte die Lagerleitung: Das geplante Indiaca-Turnier wurde in ein verkürztes, K.-o.-System umgewandelt. Nach Matches im Staub gab es nur noch ein Ziel: Abkühlung. Nach dem Mittagessen entbrannte auf dem Platz die eine oder andere Wasserschlacht.

Danach zog die Karawane weiter ins Neckarbischofsheimer Freibad, das die Teilnehmer kostenlos nutzen durften. Frisch abgekühlt ging es am späten Abend auf eine Nachtwanderung durch die Felder der Umgebung , bevor der letzte Abend bei ausgelassener Stimmung am Zeltplatz ausklang.

Dass so ein viertägiges Mammutprojekt reibungslos funktioniert, verdankt der Bereich vor allem der monatelangen Vorbereitung der Organisatoren um Kommandant Marco Hohrein, der Stadtverwaltung um Mareike Guschel und dem Bauhof. Wenn die Jugendlichen bei den Spielen beschäftigt waren, hielten die einzelnen Wehren im Hintergrund abwechselnd Wache, sicherten das Feuer oder schoben Küchendienst. Von der Bolognese am Samstagabend bis zum frischen Hefezopf am Sonntagmorgen lief die Verpflegungsmaschinerie wie geschmiert.

Als am Montag nach der letzten Jugendleiterbesprechung die Zelte abgebaut wurden , verschwand das kleine Feuerwehrdorf so schnell, wie es gekommen war. Teilnehmer wie Organisatoren sind stolz auf ihre gelungene Premiere, jede Menge neue Freundschaften und ein paar rote Nacken vom Sonnenbrand.

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